Tradition bekennt Farbe

Mit der Kampagne «Farbe bekennen» haben HEKS und über 130 Partnerorganisationen die Schweizer Bevölkerung zur Solidarität und Offenheit gegenüber Menschen auf der Flucht aufgerufen und dazu beigetragen, Brücken der interkulturellen Verständigung und der Toleranz zu bauen. So haben sich unter kundiger Anleitung des zweifachen Schwingerkönigs Ernst Schläpfer, der Alphorn-Virtuosin Eliana Burki und der Jodlerin Barbara Berger bekannte Schweizer Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Showbusiness und Sport gemeinsam mit Flüchtlingen in verschiedenen Workshops in die Kunst dieser typischen Schweizerischen Disziplinen einweihen lassen. Denn zur Schweiz gehören nicht nur ihre humanitäre Tradition und ihre solidarische Bereitschaft, Menschen in Not Schutz und Zuflucht zu gewähren, sondern auch Jodeln, Schwingen, Alphorn spielen und Fahnenschwingen.

So wie Ernst Schläpfer engagieren sich in der Schweiz viele freiwillig für Geflüchtete – ob beim Sport, Wandern, Deutsch lernen oder Kochen. Bekennen auch Sie Farbe für eine menschliche Schweiz und engagieren Sie sich! Auf der Plattform «Engagiert für Flüchtlinge» finden Sie unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten in Ihrer Umgebung.

www.engagiert.jetzt

Wir haben einige der teilnehmenden Personen gefragt, was sie an diesem Projekt reizt und warum sie mitmachen möchten?


Regula Rytz (Nationalrätin, Präsidentin Grüne Partei Schweiz und Botschafterin der Kampagne)

«Ich finde es ist eine wunderbare Verbindung von unserer Kultur mit anderen Kulturen. Es ist sogar eine Verbindung zwischen Schweizer Kulturen, zwischen der städtischen und der ländlichen Kultur. Es zeigt, dass alle Menschen auf der Welt gleich sind. Darum ist es ganz wichtig, bei diesem Projekt mitzumachen.»

Regula Rytz im Bild mit Fahnenschwinger Godi Tschanz vom Bernisch-Kantonalen Jodlerverband

 

Gülsha Adilji (Moderatorin und Botschafterin der Kampagne)

«Ich bekennen Farbe, weil es wichtig ist, dass man sich immer wieder vor Augen führt, wie die Realität aussieht. Die Medienberichterstattung schwindet leider, und so auch die Solidarität mit Flüchtlingen. Ich bin überzeugt: In unserem Land gibt es ganz viele tolle neue Menschen und es ist schön, wenn wir sie kennenlernen und sie uns kennenlernen.»

 


 FahnenschwingerInnen

Jathurshan (aus Sri Lanka, seit 9 Jahren in der Schweiz)

«Ich will ein Vorbild sein. Ich will den Leuten einen positiven Eindruck von uns Flüchtlingen vermitteln. Ich will zeigen, dass wir uns für die Schweizer Kultur interessieren, dass wir uns integrieren wollen.»

 

 


 JodlerInnen

Yaman (aus Syrien, seit 5 Jahren in der Schweiz)

«Ich bin eine aktive Person und mache gern bei allen möglichen Sachen mit. Es interessiert mich sehr, eine Schweizer Tradition kennenzulernen. Ich finde es wichtig, dass man immer offen ist für Neues. Wer ein Land kennen lernen will, sollte bei der Kultur und Tradition beginnen.»

 

Ataklti & Samrawit (aus Eritrea, seit 4 Jahren in der Schweiz)

«Wir interessieren uns für die Kultur in der Schweiz. Zum Beispiel singen wir in der eritreisch-orthodoxen Kirche und freuen nun uns Schweizer Lieder und Traditionen kennenzulernen.»

 

 


 SchwingerInnen

Ernst Schläpfer (zweifacher eidgenössischer Schwingerkönig 1980 und 1983, leitet den Workshop)

«Beim Schwingen kommt man buchstäblich schnell in Kontakt miteinander. Da kommt es nicht darauf an, wer du bist und woher du kommst. Wenn ein Flüchtling gerne schwingen möchte, ist er bei uns im Schwingklub jederzeit willkommen.»

 

Louay (aus Syrien, seit 7 Jahren in der Schweiz)

«Ich bin mir bewusst – jeder Schweizer und jede Schweizerin hat seine/ihre Erfahrungen gemacht mit Flüchtlingen – gute oder schlechte. Mir ist es wichtig, dass ich den Leuten einen guten Eindruck von uns Flüchtlingen vermitteln kann.»

Von links nach rechts: Louay Hobbi und Ayman Hamschou, ebenfalls Teilnehmer im Workshop Schwingen

 

Malek (aus Syrien, seit 2 Jahren in der Schweiz)

«Ich möchte neue Kontakte knüpfen und Schweizer Traditionen kennenlernen. Ich möchte etwas Aktives und Neues machen, mich beschäftigen. Denn das Leben ist ein Abenteuer.»

 

 


 AlphornbläserInnen

Eliana Burki (Alphorn-Virtuosin, leitet den Workshop)

«Ich finde es wichtig, dass Flüchtlinge das Gefühl bekommen, dass sie hier willkommen sind, dass sie sich hier aufgenommen und zu Hause fühlen. Es macht sicher viel aus, wenn die Flüchtlinge auch diese Offenheit bei uns Schweizern und Schweizerinnen spüren.»

 

Adel (aus Syrien, seit 2 Jahren in der Schweiz)

«Ich interessiere mich für die Schweizer Kultur, für die deutsche Sprache. Ich mache auch mit an einem Medien-Projekt, da schreibe ich deutsche Artikel für die Rheintaler Zeitung. Ich mache einfach gerne neue Sachen und ich unternehme gerne etwas mit anderen Leuten, in Gruppen.»

 

 

 Jamila (aus Afghanistan, seit 6 Jahren in der Schweiz)

«Ich habe grosses Interesse am Alphorn und möchte es gern ausprobieren. Es ist wichtig, dass wir uns auch einsetzen für die Gesellschaft und SchweizerInnen kennenlernen. Ich habe gern mit Menschen Kontakt und helfe ihnen gern.»

Engagiert aus Tradition

Was haben urschweizerische Traditionen wie Schwingen oder Jodeln mit Weltoffenheit, Solidarität und Menschen auf der Flucht zu tun? Sehr viel, denn wir sind überzeugt: Traditionen und Bräuche bieten eine gute Möglichkeit, sich in einem ungezwungenen Rahmen zu begegnen, kennenzulernen und auszutauschen. Denn unsere Schweiz, mit ihren Bräuchen und Traditionen, ist eine menschliche und offene Schweiz und zeigt sich solidarisch mit Menschen auf der Flucht.

Unter kundiger Anleitung von echten «Profis» wie zum Beispiel dem zweifachen Schwingerkönig Ernst Schläpfer, der Alphorn-Virtuosin Eliana Burki, und der Jodlerin Barbara Berger lassen sich bekannte Schweizer Persönlichkeiten gemeinsam mit 16 Flüchtlingen im Rahmen von mehreren Workshops in typisch schweizerische Disziplinen einführen, unter anderem Chansonnier Michael von der Heide, SP-Ständerätin Pascale Bruderer, BDP-Nationalrat Martin Landolt und Peter Winkler vom Komikerduo Lapsus. Es finden Workshops statt im Fahnenschwingen, Jodeln, Alphorn blasen und Schwingen.

Das etwas andere Älplerfest

Als krönender Abschluss der Kampagne organisieren wir am nationalen Flüchtlingstag am 17. Juni das etwas andere Älplerfest auf dem Bahnhofplatz in Bern. Zum Programm.